Alterssiedlung Bodmer

Projektwettbewerb Neubau

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Die Alterssiedlung im Bodmer mit Alterswohnungen und einem integrierten Alters- und Pflegeheim liegt in unmittelbarer Nähe der Churer Altstadt. Die bebaute Struktur der Umgebung gestaltet sich sehr heterogen. Im weiteren Umfeld wird das Bild durch die Altstadt und von einzelnen grösseren alten Bürgerhäusern geprägt. Die Alterssiedlung wird heute vor allem mit dem Hochhaus wahrgenommen. Die zentrale Lage südlich der Plessur ist relativ ruhig. Aussicht und Besonnung im Winter sind im Vergleich mit anderen Altersheimen nicht optimal.

Das Projekt versucht die Situation mit einem am Hochhaus angefügten flacheren Pflegetrakt aufzuwerfen. Eine dreigeschossige mural ausgebildete Grossform ergänzt und festigt das Hochhaus in der Situation. Mit einer grosszügigen nach innen gerichteten Hofsituation soll im Bodmer ein spezieller Ort der Begegnung entstehen. Ein Ort, als geschützter halböffentlicher Garten gestaltet, wo bei vielen Bewohnern auch Erinnerungen an den früher an gleicher Stelle erlebten „Rohrer’s Biergarten“ aufkommen lassen. Dieser Hof bildet den eigentlichen räumlichen Reichtum des Neubaues, welcher auch als Erweiterung der Cafeteria gedacht ist.

Durch die grosszügige Gestaltung generiert die Cafeteria die Möglichkeit, dass sich sowohl Bewohner mit ihrem Besuch als auch Schüler der nahe gelegenen Kantonsschule zum Mittagessen treffen können. Die gläsernen Wände des Hofes sind örtlich mit hängenden Efeupflanzen und in die Höhe wachsenden Rosensträuchern geschmückt. Der Innenhof ist durch verschiedenartige Bodenbeläge, verschiedene Pflanzen und dem Sonnenlauf entsprechend verändernden Lichtverhältnissen immer wieder anders erlebbar. Auf zwei Geschossen sind die vier Stationen mit den Pflegezimmern angeordnet. Diese sind den Aussenwänden entlang nach allen Himmelsrichtungen ausgerichtet.

Alle Richtungen haben ihre speziellen Aussichten. Gemeinsam sind allen Bewohnern die zum Innenhof gerichteten zusammen genutzten Gruppenräume. Die Aufenthaltszone, wo alle vier Gruppenräume platziert sind, erlaubt den Bewohnern einen Rundlauf wo sie dem Sonnenlauf folgend den Hof wie auch an einzelnen speziellen Orten nach aussen blicken können. Die Dementstation ist im 1.Obergeschoss platziert. Ein interner Rundlauf um den Gruppenraum mit Blick in den Innenhof wird mit dem aussen liegenden Spazierhof erweitert. Kleine Spannweiten und geringe Punktlasten im Neubau ermöglichen ein einfaches und wirtschaftliches Tragsystem. Die Tragstruktur des bestehenden Untergeschosses wird im Neubau weitgehend übernommen. 

Grössere Lastkonzentrationen können mit Verstärkungen der bestehenden Tragkonstruktion aufgenommen werden. Wo wirtschaftlich sinnvoll werden Mikropfähle zur Erhöhung der Tragfähigkeit des Baugrundes eingesetzt. Die Aussenwände sind mit einer einschaligen Tragwand mit einer Aussendämmung geplant. Die Wände tragen eine Flachdecke aus Ortbeton. Die Deckenstärken richten sich nebst den statischen und schallschutztechnischen Vorgaben auch nach den Anforderungen an den Minergie-Standard. Am bestehenden Hochhaus sind keine statisch relevanten Eingriffe notwendig.

Auftraggeber
Stiftung Alterssiedlung im Bodmer

Projektwettbewerb 2007
2. Preis