Grossratsgebäude Chur

Umbau

grossratsgebaeude in chur

Nachdem das alte Zeughaus «im Steinbruch» 1859 durch einen Brand zerstört wurde, erwarb der Kleine Rat des Kantons den damaligen bischöflichen Garten vor dem städtischen Untertor. Zwei Jahre später begannen die Bauarbeiten für das neue Zeughaus an der heutigen Masanserstrasse. Bereits 1863 konnte das nach Plänen des Architekten Johannes Ludwig entworfene Neubau des Zeughauses eröffnet werden. Der repräsentative Bau im Stil der Neorenaissance prägte die damalige Vorstadtsituation. Mit Eckrisaliten und dem Nordseitigen Mittelrisalit wird das Gebäude stark gegliedert. Mitte der 1950er Jahre wurde das Militärmaterial in die heutigen Zeughäuser an der Kasernenstrasse verlegt. Der Grosse Rat tagte damals noch im Staatsgebäude an der Grabenstrasse.

Unter der Leitung von Architekt Martin Risch wurde das Gebäude 1957 bis 1959 neu konzipiert. Der Grossratsaal mit seinen Nebenräumen fand seinen Platz im Ostflügel mit einem Eingangsportal zur Masanserstrasse. Mittelrisalit und Westflügel wurden in ein neues Konzert- und Stadttheater für die Stadt Chur umgebaut. 1992 wurde das Grossratsgebäude erneut grosszügig umgebaut und im Dachgeschoss neue Sitzungszimmer eingebaut. Gleichzeit wurde die interne vertikale Erschliessung neu realisiert. 2009 wurden ein behindertengerechter Zugang und eine damit verbundene Neugestaltung des Haupteingangs realisiert.

Seit zehn Jahren werden die Landsessionen des Grossen Rates genutzt, um notwendige Instandstellungsarbeiten am Grossratsgebäude auszuführen. 2012 wurde der Grossratssaal aufgefrischt. Dabei wurde eine Abstimmungs- und Konferenzanlage mit sämtlichen baulichen Massnahmen realisiert. 2015 wurde der Umbau des ehemaligen Schulungsraumes im Dachgeschoss zu einem Medienraum ausgeführt. Der Medienraum ist primär für den Kanton zur Nutzung von Pressekonferenzen an Medienschaffende oder für Fraktionssitzungen der politischen Parteien im Grossrat vorgesehen.

Mit der Bauetappe 2019 wurden die Sitzungszimmer im Dachgeschoss erneuert. Dabei wurden die nun fix disponierten Besprechungsräume akustisch optimiert und mit audiovisuellen Geräten ausgestattet. Gleichzeitig wurden die noch pendenten Auflagen der Gebäudeversicherung ausgeführt. Im Hinblick auf eine zukunftsorientierte, energiesparende und funktionelle Betriebsweise des Gebäudes wurde das Dachgeschoss mit einem effizienten und zeitgemässen Wärmeschutz ergänzt. Im Bereich der Heizungs-, Lüftungs-, Kälte- und Sanitäranlagen erfolgten die Installationen für eine Inbetriebnahme der bereits eingebauten Kühldecke im Grossratsaal mit Wärmerückgewinnung.

Fertigstellung August 2019 

Auftraggeber
Kanton Graubünden, Hochbauamt Graubünden

Farbberatung
Andrea Burkard

Fotos
Andrea Badrutt